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Die Werbung für das "Hanse- Weekend" in Stade läuft bereits - vermutlich ins Leere. |
Festung Grauerort
schickt dem Veranstalter eine Absage - Stadt sieht
Sicherheitsprobleme
Lars
Strüning STADE. Die
Chancen, dass das bereits angekündigte Motorradtreffen
"Hanse-Weekend" Anfang Juni in der Festung Grauerort über
die Bühne geht, sind rapide gesunken. Der Förderverein
Festung Grauerort hat dem Veranstalter, dem Medienhaus Heck, eine
"schwebende Absage" erteilt. Die Stadt ist aus
Sicherheitsgründen wenig begeistert von dem
Vorhaben.
Hans-Hermann Ott, Vorsitzender des Fördervereins
"Festung Grauerort" hat die Kehrtwende vollzogen.
Ursprünglich war er dem groß angelegten Motorradtreffen
sehr aufgeschlossen. Vor gut zwei Wochen hatte Ott noch mitgeteilt:
"Die Biker können kommen." Am Wochenende dann die
Neubesinnung. Per E-Mail sagte er dem Medienhaus Heck ab. "...teile
ich Ihnen nunmehr mit, dass die Festung Grauerort für das von
Ihnen geplante Hanse-Weekend nicht zur Verfügung steht",
schrieb er in der Nacht zum Montag. Am Nachmittag schickte er
ergänzend hinterher, dass es noch ein klärendes Gespräch
geben werde - auch um die Größe der Veranstaltung zu
klären. Das Medienhaus Heck solle die Gelegenheit bekommen, sein
Konzept vorzustellen. Das soll nach TAGEBLATT-Informationen am
Mittwoch geschehen. Die Absage, so Ott, sei "vorerst noch
schwebend".
Das Problem der potenziellen Veranstalter: Die
Planungen für das Hanse-Weekend in Stade sind weit gediehen.
Diverse Bands wurden verpflichtet für Live-Musik. Mit ihrem
Internet-Auftritt macht das Medienhaus bereits Werbung für die
Veranstaltung. Am Wochenende präsentierte es während der
Hamburger Motorradtage sein Plakat (das TAGEBLATT berichtete am
Montag). Es sollte ein Fest für die ganze Familie werden.
Mehrere tausend Besucher sollten vom 1. bis 3. Juni zum Biker-Treffen
kommen. In Lübeck seien es bis zu 100 000 Gäste gewesen.
Die großen Zahlen und das offensive Vorgehen der Veranstalter
scheinen ihre Wirkung verfehlt zu haben.
In seiner Absage verweist
Ott auf den "pressemäßig entfachten Wirbel", auf
die "nicht so leistungsfähigen Straßen in und um
Grauerort" und darauf, "dass die angestrebten
Besucherzahlen hier nicht unterzubringen sind". Was ihn offenbar
ärgert: Es werde der Eindruck vermittelt, dass alles in
trockenen Tüchern sei. "Das ist eindeutig nicht so",
schreibt Ott.
Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber und ihr
Erster Stadtrat Dirk Kraska sind - vorsichtig ausgedrückt - sehr
zurückhaltend in ihrer Vorfreude. Kraska zeigte sich während
eines Pressegesprächs im Rathaus überrascht über das
Vorgehen. Nieber weist auf die Sicherheit hin, die sie bei einem
Besucherzahl von anvisierten 12 000 Menschen in den Mauern der alten
Festung nicht gewährleisten könne. Das seien nicht nur
Lehren aus den schrecklichen Ereignissen während der Love-Parade
in Duisburg. Nieber: "Mehr als 2000 Menschen passen nicht auf
dieses Gelände."
Da bleibt den Organisatoren ein
alternatives Veranstaltungsgelände in oder in der Nähe von
Stade als letzte Hoffnung.
01.02.2012