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Ausbau des Bützflether Hafens direkt an der Elbe: Der Hamburger Logistiker Buss baut auf der freien Fläche. Im Hintergrund sind die Anlagen der Dow zu sehen. Foto Martin Elsen |
Gewerbeaufsicht
entscheidet kurzfristig über Genehmigung - BUND sieht weiterhin
Sicherheitsdefizite im Umgang mit Gefahrgut
Christian
Schmidt STADE. Das Logistikunternehmen Buss-Ports, das im Hafen
von Stade-Bützfleth einen Terminal für eine Million Tonnen
Massengut jährlich bauen will, hat ein neues
Sicherheitsgutachten für den Umschlag und die Lagerung von
Gefahrgut vorgelegt. Das Genehmigungsverfahren stehe "kurz vor
dem Abschluss", heißt es dazu aus dem Gewerbeaufsichtsamt
Lüneburg.
Der Ansiedlung von Buss kommt eine
Schlüsselfunktion bei der Entwicklung des Bützflether
Hafens zu. Bis zu 60 000 Container im Jahr will der Logistik-Riese
hier auf Dauer umschlagen. Der Zeitplan des Unternehmens war im
vergangenen Jahr allerdings durcheinander geraten, weil ein
vorgelegtes Sicherheitsgutachten für den Umschlag und die
Lagerung von bis zu 46 Box- und Tank-Containern für Gefahrgut
nicht den Anforderungen der Genehmigungsbehörde genügte.
"Das hat uns überrascht. Normalerweise können sowohl
Vorhabenträger als auch Genehmigungsbehörde davon ausgehen,
dass ein staatlich anerkannter Sachverständiger seine Aufgaben
genau kennt und präzise arbeitet", sagte seinerzeit
Christina von Mirbach, Sprecherin des Gewerbeaufsichtsamts Lüneburg.
Ursprünglich wollte Buss bereits im Oktober 2010 mit dem Betrieb
des Umschlags beginnen.
Der jetzt vorgelegte zweite Bericht sei
von der Behörde "anerkennend aufgenommen worden", so
der von Buss beauftragte Hamburger Rechtsanwalt Thomas Rieche. Es
seien "umfangreiche und detaillierte Szenarien" für
Störfälle aufgezeigt, so dass einer baldigen Genehmigung
des Gefahrgutumschlags nichts mehr im Wege stehe. Alle anderen
erforderlichen Bescheide liegen laut Rieche bereits vor.
Der Bund
für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der im
vergangenen Jahr ebenfalls ein neues Sicherheitsgutachten gefordert
hatte, spricht von "Verbesserungen" im neuen Papier. Der
von BUND und "Bürgerinitiative für eine
umweltverträgliche Industrie" beauftragte Ingenieur Peter
Gebhardt: "Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der
nunmehr vorliegende Bericht den Anforderungen der Störfallverordnung
wesentlich besser entspricht." So seien jetzt ein
Evakuierungsplan enthalten, die Brandmeldungstechnik ausgeweitet und
Szenarien für größere Leckagen an Gefahrgut-Tanks
eingefügt worden. Der BUND attestiert aber auch weiterhin
"erhebliche Mängel" des neuen Sicherheitsberichts.
Monika Niemeyer, Sprecherin des BUND-Kreisverbandes Stade: "Aus
Sicht des vom BUND beauftragten Ingenieurbüros darf der Umschlag
von sehr giftigen Stoffen wie zum Beispiel Acrolein oder
hochproblematischen Biozidgemischen im Bützflether Hafen nicht
genehmigt werden."
Der BUND hat deshalb das
Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg gebeten, eine entsprechende erneute
Nachbesserung des Buss-Sicherheitsgutachtens zu fordern.
28.06.2011