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Sabine Klie. |
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Mit Hugo macht das Sprechen Spaß. Foto Verein Fürsprache |
Sprachförderung
in Bützfleth mit Puppe Hugo droht das Aus
STADE-BÜTZFLETH.
Die Sprachförderung im Kindergarten in Bützfleth steht auf
der Kippe. Sabine Klie vom Verein "FürSprache" hat die
Sorge, dass bei der bevorstehenden Umstrukturierung gerade dort, wo
es extrem notwendig ist, die bislang praktizierte Sprachförderung
mit der Handpuppe Hugo wegfällt. "Das wäre eine
Katastrophe", sagte Sabine Klie. Weil das Land das Geld für
die Sprachförderung in Kindertagesstätten anders verteilen
will, sieht sich auch die Stadt gezwungen, den Einsatz zum Wohl der
kleinen Kinder anders zu gestalten. Das Konzept, das vorsieht, alle
zu fördern, statt einzelne herauszupicken, wird der Politik im
Jugendhilfeausschuss vorgestellt.
Bislang lief die Sprachförderung
mit der Puppe so: Spielerisch vermittelte Hugo den Kindern, die es
bitter nötig hatten, die deutsche Sprache. "Das geschah in
Kleingruppen und damit sehr effektiv", sagt Sabine Klie. Das
Engagement begann in 2003, litt aber ab 2004 wegen gekürzter
Mittel bereits unter Geldmangel. Daher gründete sich der Verein
"FürSprache". Er warb Spendengelder ein und
insbesondere die Lions und die Rotarier zeigten sich großzügig.
So kamen durch das Engagement der Eltern über 30 000 Euro
zusammen, was in Stade große Anerkennung fand.
"Sprache
ist das Mittel, um in unserer Gesellschaft zu bestehen", sagte
zum Beispiel Lions-Präsident Dr. Jörg Igloffstein während
einer Spendenübergabe 2008. Auch der kürzlich von
Bundespräsident Christian Wulff geehrte ehemalige
Verwaltungsgerichtspräsident und Zauberer Eike Ingwer Schmidt
zog für die Sprachförderung manch Überraschung aus dem
Ärmel.
Die Spender wollten aber auch Erfolge sehen. Und die
bekamen sie zu sehen, weil eine "Testgruppe" über drei
Jahre bis zum Schuleintritt gefördert wurde. Die Sprachtests bei
der Einschulung machten es deutlich: Während vier Jahre zuvor
noch 18 Kinder weiterer Förderung bedurften, waren es nach
Durchlaufen der gezielten Förderung im Kindergarten nur noch
fünf. Lehrer bewerteten das laut Sabine Klie als wahren Segen,
denn mit den sprachlich gerüsteten Kindern war ein viel
disziplinierteres Arbeiten möglich.
Vereinsvorsitzende Sabine
Klie, die für die SPD im Ortsrat Bützfleth sitzt, wünscht
sich, dass das Thema in der Stadtpolitik nochmal gründlich
diskutiert wird. Derzeit sei vorgesehen, so Klie, die Kräfte im
Altländer Viertel und in Haddorf zu bündeln, in Bützfleth
aber lediglich mit Weiterbildungsmaßnahmen für
Erzieherinnen zu arbeiten. An die Stelle der speziellen
Sprachförderung in Kleingruppen würde dann Förderung
von Kindern im normalen Alltagsgeschäft gesetzt. "Das ist
nicht so effizient und würde nicht den erwünschten Nutzen
bringen", befürchtet Sabine Klie. (ief)
10.06.2011