Hallenturnier in
Bützfleth muss nach schweren Ausschreitungen abgebrochen werden
- Vereine schmeißen Täter raus
KARSTEN
WISSER BÜTZFLETH. Es müssen schlimme und schockierende
Szenen gewesen sein, die sich am vergangenen Wochenende bei einem
Jugend-Fußballturnier in Bützfleth ereignet haben. Das
U-17-Turnier wurde nach einem Halbfinalspiel des Einladungsturniers
zwischen dem TSV Wiepenkathen und dem VfL Stade abgebrochen. Beim
Stand von 4:0 für den VfL Stade kam es kurz vor Schluss zu einer
Eskalation der Gewalt mit einem Verletzten und einem Polizeieinsatz
in der Sporthalle. Dem Vater eines VfL-Spielers wurde mit einem
Faustschlag das Nasenbein gebrochen.
Die Eskalation der Gewalt
ohne vorherige Warnung: Ein Spieler des TSV Wiepenkathen soll nach
Darstellung des Veranstalters und der beiden Vereine einen Spieler
des VfL zehn Sekunden lang gewürgt haben. Als daraufhin der
Stader Kapitän seinem Teamkollegen zu Hilfe kam, wurde der erst
niedergeschlagen, und als er dann auf dem Boden lag, sollen mehrere
Spieler aus Wiepenkathen auf ihn eingetreten haben. Diese Schilderung
bestätigten der Veranstalter TuSV Bützfleth und der
renommierte Herrentrainer Stefan Buchholz. Er hatte das VfL-Team, in
dem auch sein Sohn spielt, an diesem Tag betreut, weil der etatmäßige
Trainer verhindert war.
"Das war eine furchtbare Szene. Es
gab richtige Hetzjagden", so Buchholz. Zwischenzeitlich hätten
sich rund 30 bis 40 Personen auf dem Spielfeld aufgehalten. Neben den
Teams des TSV Wiepenkathen und des VfL Stade waren auch Spieler des
TuSV Bützfleth im Gedränge dabei. Sie wollten wohl die
Wiepenkathener an ihrer Jagd auf die Stader Spieler hindern.
Der
Spielervater wurde niedergeschlagen, weil er über die Bande
gesprungen war und seinem am Boden liegenden und schwer bedrängten
Sohn helfen wollte. TSV-Betreuerin Rita Tiedtke gibt dem Vater durch
sein Eingreifen in der Situation eine Mitschuld an der Eskalation.
"In dieser Situation wäre wohl jeder Vater der Welt seinem
Sohn zu Hilfe gekommen", wertet Rolf Köser vom Veranstalter
TuSV Bützfleth das Geschehen. Er hatte vor dem Halbfinale an die
Fairness appelliert, weil in einem Vorrundenspiel auch ein Spieler
seines eigenen Vereins handgreiflich geworden war. Der handelnde
Spieler soll aus dem Verein ausgeschlossen werden.
Der
Wiepenkathener Spieler, der nach Aussage aller Beteiligten Haupttäter
gewesen sein soll, mit seiner Würgegriffaktion die
Gewalttätigkeiten ausgelöst hatte und anschließend
auch den Vater geschlagen haben soll, wurde inzwischen vom
Jugendausschuss des Kreises vorbeugend bis zur Verhandlung des
Sportgerichts für alle Spiele gesperrt. Er ist erst seit drei
Wochen im Verein. Gegen ihn wurde auch Strafanzeige gestellt.
Auch
der TSV Wiepenkathen hat inzwischen reagiert. Der Trainer des TSV,
Robert Schlimm, hat dem Verein vorgeschlagen, den Haupttäter zu
suspendieren. Schlimm war bei dem Turnier nicht dabei und wurde durch
Jugendobfrau Rita Tiedtke vertreten. DFB-Stützpunkttrainer
Schlimm hat das Team erst vor drei Wochen übernommen, weil sein
Vorgänger mit der Mannschaft nicht mehr zurechtgekommen ist. Es
gebe eine Gruppe von fünf latent aggressiven Spielern in der
Mannschaft, so Schlimm. Er hatte die Mannschaft vor der Abfahrt noch
einmal ermahnt, sich in Bützfleth zu benehmen.
Aufgrund der aktuellen
Berichterstattung erscheinen das Foto mit dem Fan der Woche und der
Bericht über den Aufstieg des TSV Hagenah in die zweite
Männer-Faustball-Liga erst am Mittwoch.
22.02.2011